Krankensalbung

"Jesus kam, um Gottes Liebe zu zeigen. Oft hat er es dort getan, wo wir uns besonders bedroht fühlen: In der Schwächung unseres Lebens, durch Krankheit. Gott will, dass wir an Leib und Seele gesund werden, dass wir darüber gläubig werden und das kommende Reich Gottes erkennen [...]. Schon im Neuen Testament suchten gerade die Kranken die Nähe Jesu; sie versuchten, ' ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte' (Lk 6,19) [...]. Jesus zeigt uns: Der Himmel leidet mit, wenn wir leiden. Gott will sogar in 'den geringsten Brüdern' (Mt 25,40) wiedererkannt werden. Deshalb hat Jesus die Sorge um die Kranken als zentrale Aufgabe bestimmt [...]. Zu den entscheidenden Merkmalen des Christentums gehörte es immer, dass die Alten, Kranken und Pflegebedürftigen im Zentrum standen. Mutter Teresa, die sich der Sterbenden in den Gossen von Kalkutta annahm, ist nur eine in einer langen Kette von Christinnen und Christen, die Christus gerade in denen entdeckten, die von anderen aussortiert und gemieden wurden. Wenn Christen wirklich Christen sind, geht von ihnen eine heilende Wirkung aus [...].
Das Sakrament der Krankensalbung kann jeder Gläubige empfangen, der sich in einer gesundheitlich kritischen Situation befindet. Die Krankensalbung kann man in seinem Leben öfter empfangen [...]. Viele Christen verbinden in solchen Momenten die Krankensalbung mit einer (Lebens-) Beichte; sie wollen im Fall eines Falles Gott mit reinem Gewissen gegenübertreten [...]. Der wesentliche Ritus bei der Spendung des Sakraments der Krankensalbung besteht in einer von Gebeten begleiteten Salbung der Stirn und der Hände mit heiligem Öl [...]. Die Krankensalbung schenkt Trost, Frieden und Kraft und verbindet den Kranken in seiner prekären Situation und seinen Leiden auf eine tiefe Weise mit Christus. Denn der Herr hat unsere Ängste durchgemacht und unsere Schmerzen an seinem Leib getragen. Bei manchen bewirkt die Krankensalbung körperliche Heilung. Sollte Gott aber jemand zu sich heimrufen wollen, so schenkt er ihm in der Krankensalbung die Kraft für alle körperlichen und seelischen Kämpfe auf seinem letzten Weg. In jedem Fall hat die Krankensalbung eine sündenvergebende Wirkung. Viele Kranke haben Angst vor diesem Sakrament und schieben es bis zuletzt hinaus, weil sie meinen, es sei eine Art Todesurteil. Das Gegenteil ist richtig: Die Krankensalbung ist eine Art Lebensversicherung. Wer als Christ einen Kranken begleitet, sollte ihm jede falsche Angst nehmen. Die meisten schwer Gefährdeten ahnen intuitiv, dass für sie im Moment nichts wichtiger ist, als sich sofort und unbedingt an den anzuschmiegen, in dem der Tod überwunden wurde und der das Leben selbst ist: Jesus, den Retter [...]. Die Spendung der Krankensalbung ist Bischöfen und Priestern vorbehalten. Christus handelt kraft ihrer Weihe durch sie [...].
Unter Wegzehrung  versteht man die letzte heilige Kommunuion, die ein Mensch vor dem Sterben empfängt. Selten ist Kommunion so lebensnotwendig wie in dem Moment, in dem ein Mensch sich auf den Weg macht, sein irdisches Leben zu vollenden."(YOUCAT, Jugendkatechismus der katholischen Kirche, 140-143)

Die Krankensalbung kann nach vereinbartem Termin mit Pastor Scholten - etwa vor einer schweren Operation oder bei Altersschwäche - oder in akuten Fällen, wenn sie ihn oder einen anderen Priester erreichen - gespendet werden. Selbstverständlich kann nie eine Erreichbarkeit "rund um die Uhr" gewährleistet werden. Schon deshalb ist es ratsam, sich frühzeitig Gedanken über die Krankensalbung zu machen und nicht erst "in letzter Sekunde". Leider ist bei nicht wenigen Christen noch die veraltete Vorstellung der "Letzten Ölung" im Kopf.